3 Hamburger
Frauen, "Houseparty"
Wandmalerei und Rauminstallation auf 2 Stockwerken
Exibition, 07.Juni - 27.Juni.07
www.3hamburgerfrauen.de
Die 3 Hamburger Frauen Ergül Cengiz (*1975),
Henrieke Ribbe (*1979) und Kathrin Wolf (*1974) bespielen ab dem 6.
Juni unter dem Titel "House Party" für drei Wochen die
Räume der Galerie Oel-Früh. Im Zentrum ihrer Kollaborationen
stehen temporär angelegte
monumentale Wandarbeiten, in denen sich die drei Frauen figurativ widerspiegeln.
Den ersten gemeinsamen Auftritt hatte das dreiköpfige Künstlerinnenteam,
das sich im Jahr 2004 unter dem Label „3 Hamburger Frauen“
zusammenschloss, in der Projektgalerie „Lassie“ in Wien.
Danach folgten in den letzten Jahren renommierte Ausstellungsstationen
wie
beispielsweise 2005 die Art Cologne und die Lewis Glucksman Gallery
in Cork /Irland. Ihre Arbeiten sind großflächige Wandmalereien,
die für einen begrenzten Zeitraum präsent sind und sind somit
ephemere Aktionskunst.
Die Dreierthematik zieht sich dabei durch alle Wand- bilder der Hamburger
Frauen und erhält je nach Kontext eine konkrete, magische oder
auch emblematische Funktion. Jede von ihnen bringt die eigenen Fähigkei-
ten und Vorlieben in das malerische Gesamtprojekt mit ein: Henrieke
Ribbe ist in den meisten Fällen für die Ausarbeitung des Figurenpro-
gramms zuständig, Ergül Cengiz für Flächen und Hintergründe
und Kathrin Wolf für den zeichnerischen Bereich. Las Bedeutungszu-
sammenhang bedienen sich die drei Künstlerinnen der Zahlenmystik.
In den narrativ angelegten Kollektiv- arbeiten - die sich mitunter an
Vorbildern aus der Kinowerbung, Freskomalerei und Comic orientieren
- treten die drei als Protagonistinnen ihrer Erzählungen auf. |
Wenn sich die drei Frauen als Königinnen,
Vamps, Filmstars oder wie im Kunstverein Neuhausen als Bräute
präsentieren, so handelt es sich um klische- ebeladene, stereotype
Frauenbilder wie sie u.a. von (Kunst-)Geschichte, Literatur, Film
und (Print-)Medien vermittelt werden. Für die im Frühjahr
2007 ent-standene Wandmalerei „Memento“ bei AR/GE Kunst
in Bozen wagte sich das Künstlerinnenkollektiv in ein neues Terrain
vor.
In dem monumentalen Wandbild schlüpften sie in die Rolle von
Seeweibern, die von Kopf bis Fuß mit Erinnerungen an ihre gemeinsamen
Ausstellungs- touren und Abenteuer tätowiert sind. Das Inskribieren
der Lebensstationen, der Gruppenzu- gehörigkeit und Lebenshaltung
auf der Hautober- fläche diente den heimatlosen Reisenden als
Mittel der sozialen Distinktion und Identifikation.
Für die „3 Hamburger Frauen“ hingegen ermöglicht
die Aneign- ung subkultureller männlicher Ausdrucks- formen,
die im bürgerlichen Feld häufig mit Ablehnung und Ächtung
belegt sind, festgelegte Rollenzuschreib- ungen und Erwartungen zu
unterlaufen. Die kritische Aneignung und Transformation genderspezifischer
Verhaltens-, Ausdrucks- und Repräsentationsformen ist inzwischen
zum festen Bestandteil ihrer kritischen künstlerischen Praxis
geworden.
© Susanne Jakob
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